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Gute Berufs-Praxis: Sicherheitslösung für Tiefkühlräume

Tiefkühlräume

Viele Lebensmittelbetriebe kommen nicht ohne Tiefkühlräume aus, in denen es –20 °C oder auch kälter sein kann. Erleidet jemand darin einen Unfall, droht der Tod durch Erfrieren. Ein gerade noch glimpflich ausgegangener Vorfall dieser Art in einem Tiefkühl­lager einer großen Handelskette veranlasste die dortige Sifa Jürgen Heinrich, eine wirksame sicherheitstechnische Lösung zu suchen. Mit Erfolg – und vielleicht auch eine Anregung für Ihren Betrieb.

Es kommt öfter vor, als man denkt. Nur kurz wollte der Kollege etwas aus der Kühlkammer holen und dann fällt die Tür zu. Niemand kann ihn hören und der innere Türhebel klemmt schon seit Wochen, sodass er die Tür nicht aufbekommt. Klingt nach einem schlechten Krimi-Film, ist aber traurige Realität. So werden Tiefkühlräume ganz schnell zur Todesursache.

Sicherheitslösungen für Tiefkühlräume

Zwar gab es in Tiefkühlräumen und Kältezellen eine Notrufeinrichtung, aber was nutzt diese, wenn z. B. jemand unter einem umgestürzten Regal eingeklemmt ist?

Diesen Gedanken hatte auch Jürgen Heinrich, Fachkraft für Arbeitssicherheit. Darum entwickelte er eine Anlage, die der Mitarbeiter bei Tätigkeiten im Kühlraum, in vorher eingestellten Zeitabständen regelmäßig bedienen muss.Im Prinzip ist die Anlage eine eingebaute Sicherheitsuhr. Die Anlage wird über einen im Türmechanismus eingebauten Schalter selbsttätig aktiviert, sobald jemand den Raum betritt. Jetzt beginnt die Uhr zu „ticken“ – und kurz bevor die programmierte Zeitspanne abläuft, signalisiert eine Warnlampe dem Mitarbeiter durch grelles Blinken, dass er die Anlage jetzt mittels eines Zugschalters zurücksetzen muss. Ist das geschehen, startet die Uhr von Neuem. Bleibt die Meldung aber aus, löst die Anlage nach kurzer Verzögerung einen akustischen Alarm aus. Gleichzeitig schickt sie einen automatischen Notruf an die ständig besetzte Zentrale, die umgehend einen Rettungstrupp aktiviert. Die Gefahr, dass jemand im Kühllager nach einem Unfall erfriert, wird auf diese Weise weitestgehend gebannt.

Vergessen Sie nicht die Gefährdungsbeurteilung für Tiefkühllager

Mechanismen wie die oben erläuterter Sicherheitsuhr, können eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme sein. Nichtsdestotrotz sollte dieser Notfallschalter für Tiefkühlräume gar nicht erst nötig sein. In einer Gefährdungsbeurteilung listen Sie potenzielle Gefahrenquellen auf und entwickeln weitere Schutzmaßnahmen. Das zuvor genannten Fallballspiel, bei dem der Türhebel klemmt, wird so niemals in Ihrem Betrieb vorkommen.

Überprüfen Sie, ob folgende Schutzmaßnahmen in Ihren Kälteanlagen gewährleistet sind:

  1. Die Türen können immer von Innen geöffnet werden. Auch Minustemperaturen haben keinen Einfluss auf das Schließsystem.
  2. Die Tür kann auch von Außen nicht zugestellt werden.
  3. Jeder Mitarbeiter weiß, wie er die Türmechanik zu bedienen hat.
  4. Es hängen im dunkeln-leuchtende Ausgangsschilder an den Wänden, sodass auch bei Dunkelheit, der Weg zurückgefunden werden kann.
  5. Sind Notrufeinrichtungen vorhanden? (Bei einer Grundfläche von 20m² und -10°C ist dies Pflicht.)
  6. Sind Regal fest am Boden oder an den Wänden angeschraubt?

Überprüfen Sie auch, ob Sie den Mitarbeitern entsprechende Kälteschutzkleidung zur Verfügung stellen müssen.

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Autor: Rafael de la Roza

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