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Hygienebegehung: So übersehen Sie nichts!

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Hygienebegehung

Patienten und Mitarbeiter können sich mit Krankheitserregern infizieren und dadurch zu Schaden kommen. Um dies zu verhindern sind regelmäßige Hygienebegehungen zur Qualitätssicherung durchzuführen.

Bei einer Hygienebegehung werden die hygienerelevanten Strukturen einer Station/eines Fachbereichs wie auch die Funktionsabläufe näher unter die Lupe genommen. Nach der Feststellung des IST-Zustands erfolgt ein Abgleich mit den SOLL-Vorgaben der Einrichtung bzw. des Unternehmens.

Die Hygienebegehung kann einerseits von dem zuständigen Gesundheitsamt durchgeführt werden, andererseits aber auch von dem Hygienebeauftragten organisiert werden. Denn wenn Sie selbst die Augen offen halten und Verbesserungen anregen, wird das Gesundheitsamt nichts mehr zu beanstanden haben.

Wie oft erfolgt eine Hygienebegehung?

Die Intervalle der Hygienebegehung werden hauptsächlich von den Infektionsrisiken der jeweiligen Stationen und Fachbereiche bestimmt. So erfolgen zum Beispiel Hygienevisiten der Aufnahmestation, der Küche oder der invasiven Funktionsabteilung mindestens einmal jährlich, während Sie Ambulanz, Wäschereien oder die peripheren Stationen einer Klinik zweimal jährlich begehen müssen.

Natürlich können Sie im Sinne des Hygienemanagements eines Krankenhauses auch eigene Intervalle für die Hygienebegehungen festlegen.

Die Teilnehmer einer internen Hygienebegehung

Die Hygienebegehung sollte den alltäglichen Betriebsablauf so wenig wie möglich stören. Dennoch ist es manchmal sinnvoll, andere Personen zu der Begehung einzuladen. So lassen sich bei Mängeln auch direkt Verantwortlichkeiten für Verbesserungen festlegen.

Denken Sie beim nächsten Hygienerundgang an:

  • Die Fachbereichs- und Stationsleitung
  • Verantwortliche für das Hygienemanagement
  • Verantwortliche für das Reinigungspersonal
  • Eventuell Technikmitarbeiter und/oder Reinigungsmitarbeiter

So bereiten Sie Ihre Hygienebegehung erfolgreich vor

Bei der Hygienevisite handelt es sich um einen Abgleich des Ist-Zustandes mit dem Soll-Zustand. Dazu sollten Sie den Soll-Zustand genau definieren, indem Sie die relevanten Hygienevorschriften betrachten.

Außerdem sollten Sie die Ziele der Hygienebegehung definieren. Dies können sein:

  • Wissenslücken des Personals identifizieren und klären, welche internen und externen Schulungen notwendig sind
  • Grundlagen hygienischen Arbeitens in der Einrichtung vermitteln
  • Sicherstellung der Einhaltung von Hygienestandards

Um sicherzugehen, dass Sie alle potenziellen Hygienemängel aufdecken, sollten Sie bei der Begehung infektionsrelevanter Bereiche und Stationen eine Checkliste vorbereiten und diese abarbeiten.

Befolgen Sie diese Tipps bei der Durchführung

Beginnen Sie Ihre Hygienebegehung immer mit einer Begrüßung und gegebenenfalls Vorstellung vor Ort. Um zeitliche Engpässe zu vermeiden, klären Sie am besten im Vorfeld, dass ein Gesprächspartner der jeweiligen Abteilung oder des Arbeitsbereichs zur Verfügung steht. Fassen Sie am Ende die wichtigsten Punkte mündlich zusammen und geben Sie einen kurzen Ausblick auf das weitere Vorgehen.

Vergessen Sie nicht die Dokumentation

Protokollieren Sie, wann Sie wo Ihre Hygienebegehung durchgeführt haben und notieren Sie Mängel. Auch Positivgbeispiele sollten Sie schriftlich festhalten, damit andere Abteilungen voneinander lernen können.

Sollten sich direkt bei Abschluss der Begehung grobe Mängel zeigen, werden vom Hygienemanagement sofort Maßnahmen bestimmt, um die Probleme zeitnah zu beheben. Innerhalb der nächsten 14 Tage wird ein Protokoll der Hygienebegehung erstellt, dass alle Teilnehmer zu sehen bekommen.

Ihr Begehunsprotokoll sollte folgende Inhalte aufweisen:

  • Ort, Datum
  • anwesende Personen
  • die Auswertung
  • Verbesserungsmaßnahmen + Frist zur Umsetzung
  • Zuständigkeiten der nötigen Verbesserungen

Innerhalb sechs Wochen nach Erstellung des Protokolls, ist dieses von der Hygienefachkraft gegenzuzeichnen.

Ergibt die Begehung Fehler oder Lücken, die die ganze Klinik betreffen und/oder Schäden, deren Behebung hohe Kosten nach sich zieht, ist das weitere Vorgehen mit der betroffenen Stationsleitung bzw. den Fachbereichsleitern und dem Geschäftsführer zu besprechen.

Autor: Katja Ruf

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