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So gelingt die rechtssichere Altölentsorgung

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Altölentsorgung

Motoren- und Hydrauliköle, Fette und andere Schmiermittel: Altöl fällt in nahezu jedem Betrieb an. Doch jeder Betrieb, der damit arbeitet, muss sich auch mit der Altölentsorgung beschäftigen.

Oft sind es gerade die Kleinmengen, die bei der Entsorgung nicht die nötige Beachtung finden, mit anderen Altölen vermischt werden und deshalb zu unsachgemäßer Behandlung führen. Ein unsachgemäße Altölentsorgung gilt allerdings als Rechtsverstoß.

Halten Sie sich an die AltölV

Die wichtigste rechtliche Basis für den Umgang mit Altöl bildet die Altölverordnung (AltölV). Sie richtet sich an alle Erzeuger und Besitzer von Altöl und berücksichtigt sämtliche Öle, die ganz oder teilweise aus Mineralöl, synthetischem oder biogenem Öl bestehen und als Abfall im Betrieb anfallen. In der AltölV wird die Altölentsorgung klar geregelt und die

  • stoffliche Verwertung,
  • energetische Verwertung und
  • Beseitigung definiert.

Aufbereitung hat Vorrang

Vermischen Sie grundsätzlich niemals Altöl mit anderen Abfällen – auch nicht mit anderen Ölen. Der Grund ist die vom Gesetzgeber favorisierte Aufbereitung von Altölen, die Vorrang vor anderen Entsorgungsverfahren hat. Diese Aufbereitung gelingt nur bei sortenrein getrennten Altölen.

Diese Altöle eignen sich zur Aufbereitung
Abfallschlüssel-Nummer Altöl-Art
13 01 10 nichtchlorierte Hydrauliköle auf Mineralölbasis
13 02 05 nichtchlorierte Maschinen-, Getriebe- und Schmieröle auf Mineralölbasis
13 02 06 synthetische Maschinen-, Getriebe- und Schmieröle
13 02 08 andere Maschinen-, Getriebe- und Schmieröle
13 03 07 nichtchlorierte Isolier- und Wärmeübertragungsöle auf Mineralölbasis

Diese aufgelisteten Arten von Altölen sind frei von Schadstoffe und nur deshalb für die Aufbereitung geeignet.

HINWEIS
Die Abfallschlüsselnummern finden Sie in der Regel auf dem entsprechenden Sicherheitsdatenblatt unter den Hinweisen zur Entsorgung.

Wenn Altöle nicht aufbereitet werden können

Manche Altöle sind für eine Aufbereitung ungeeignet, weil sie beispielsweise Schadstoffen enthalten, die bei der Aufbereitung nicht eliminiert werden können. Diese Altöle müssen als Sonderabfälle entsorgt werden, es sei denn, sie eignen sich zur energetischen Verwertung.

So dürfen beispielsweise Metallverarbeitungsöle oder Isolieröle verbrannt werden, wohingegen Öle, welche z. B. die gesetzlichen Grenzen an PCB- und Gesamthalogenanteilen überschreiten, als Sonderabfall entsorgt werden müssen.

Eignen sich Altöle nicht zur Aufbereitung, entnehmen Sie in jedem Fall eine Probe vor der Entsorgung. Altölbesitzer und das Sammelunternehmen müssen dann Rückstellproben aufbewahren, bis die rechtmäßige Entsorgung durch das jeweilige Messverfahren sichergestellt ist.

Beachten Sie diese Aspekte für eine kostensparende Altölentsorgung

  1. Getrenntsammlung und Entsorgungskosten
    Die Pflicht der Getrenntsammlung von Altölen hat auch einen finanziellen Aspekt. Denn die Abgabe zur Aufbereitung ist nur bei sortenrein, getrennten Ölen möglich. Diese favorisierte Methode ist auch wesentlich günstiger. Die energetische Entsorgung ist kostenintensiver und am teuersten ist die Entsorgung als Sonderabfall. Dies kann schon bei kleinsten Vermischungen erforderlich sein.
  2. Lagerung von Altöl gesondert geregelt
    Aufgrund des Wassergefährdungspotenzials von Altöl stellt die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) entsprechende Anforderungen an die Lagerung. So müssen beispielsweise Altöllager so beschaffen sein, dass das Altöl nicht austreten und man Schäden am Behälter schnell erkennen kann. Weitere Anforderungen wie beispielsweise das Rückhaltevermögen und das Not- und Störfallmanagement sind in Abschnitt 2 der AwSV geregelt.
  3. Einfache Entsorgungswege
    Hersteller und Mineralölhändler von Verbrennungs- und Getriebeölen sind nach der AltölV zur Rücknahme der Altöle verpflichtet. Dabei kann der Händler im Fall von Gewerbebetrieben als Kunden alternativ einen Dritten zur Erfüllung dieser Rücknahmepflichten beauftragen.

Nutzen Sie auch die kommunalen Angebote

Teilweise können Sie auch als Gewerbebetrieb Ihr Altöl bei kommunalen Abgabestellen und Recyclinghöfen abgeben. Dies bietet sich allerdings nur bei Kleinmengen an, denn bei Überschreitung haushaltsüblicher Mengen werden in der Regel Gebühren erhoben.
Außerdem ist es grundsätzlich möglich, Altöle beispielsweise über Recyclingbörsen zu verkaufen. Aufgrund der momentanen Rohölpreise ist dieser Weg jedoch zum jetzigen Zeitpunkt wenig lukrativ.

Fazit: Sortieren spart Geld

Grundsätzlich sollten Sie jedes anfallende Altöl genau über die Sicherheitsdatenblätter definieren und alle Öle getrennt in gekennzeichneten Behältern sammeln. Der geringe Zusatzaufwand der Getrennthaltung erspart Ihnen viel Aufwand und Ärger sowie Kosten bei der Altölentsorgung.

Auch interessant: So gelingen Vertrieb und Entsorgung von Altbatterien rechtssicher

Autor: Christian Schweizer & Stefan Küst

 

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