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Aktuelles Mutterschutzgesetz betrifft auch die Arbeit mit Gefahrstoffen

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Mutterschutzgesetz, Gefahrenstoffe

Neues Mutterschutzgesetz 2018: Die Regelungen zum Mutterschutz wurden komplett überarbeitet. Damit verbunden sind grundlegende Änderungen bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen. Hier müssen Sie im Fall einer Schwangerschaft prüfen, ob eine „unverantwortbare Gefährdung“ vorliegt.

Sobald eine Frau Ihnen mitteilt, dass sie schwanger ist, haben Sie unverzüglich eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen und Schutzmaßnahmen festzulegen. Jeder einzelne Arbeitsplatz muss auf „unverantwortbare Gefährdungen“ im Hinblick auf eine Schwangerschaft überprüft werden. Eine unverantwortbare Gefährdung des ungeborenen Kindes gilt insbesondere als ausgeschlossen, wenn der Gefahrstoff die

1. Plazentaschranke nicht überwinden kann. Folgende Stoffe sind imstande, die Plazentaschranke zu überwinden:

  • Quecksilberalkyle,
  • Polychlorierte Biphenyle (PCB),
  • Arsenverbindungen,
  • viele Chemikalien, die über die Haut aufgenommen werden (z. B. Xylol)

2. in der Liste der Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) nach TRGS 900 mit einem „Y“ gekennzeichnet ist und der dort festgelegte AGW eingehalten wird. Mit der Bemerkung „Y“ werden Stoffe ausgewiesen, die bezüglich der entwicklungstoxischen Wirkung bewertet werden können und bei denen ein Risiko der Fruchtschädigung bei Einhaltung des Arbeitsplatzgrenzwertes und des Biologischen Grenzwertes (BGW) gemäß der TRGS 903 nicht befürchtet zu werden braucht.

3. nicht als Wirkungen auf oder über die Laktation (Muttermilch) eingestuft ist.

Wann liegt eine unverantwortbare Gefährdung vor?

Durch einen Blick in das Gefahrstoffverzeichnis können Sie schnell feststellen, ob in Ihrem Betrieb Gefahrstoffe verwendet werden, die eine besondere Gefährdung darstellen. Solche Chemikalien sind, wie in der Tabelle dargestellt, eingestuft und gekennzeichnet.

Neues Mutterschutzgesetz 2018

Zudem wird im neuen Mutterschutzgesetz auch darauf hingewiesen, dass von Blei und Bleiderivaten (z. B. Bleiacetat, Bleitetraethyl) eine unverantwortbare Gefährdung ausgehen kann. Das ist dann der Fall, wenn die Gefahr besteht, dass diese Stoffe vom menschlichen Körper aufgenommen werden.

Achten Sie bei Arbeitsplatzgrenzwerten auf jeweilige Bemerkungen

Ist einem Stoff in der TRGS 900 die Bemerkung „Z“ zugeordnet ist, kann trotz Einhaltung des Arbeitsplatzgrenzwertes (AGW) und des Biologischen Grenzwertes (BGW) eine Fruchtschädigung nicht ausgeschlossen werden. Beispiele hierfür sind Dichlormethan, 2- Methoxypropanol.

Was muss man bei einer unverantwortbaren Gefährdung tun?

Es sind alle erforderlichen Maßnahmen zu treffen, um die Gesundheit der Schwangeren und ihres Kindes zu schützen. Wird eine „unverantwortbare“ Gefährdung im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung festgestellt, haben Sie gemäß folgender Rangfolge Schutzmaßahmen festzuglegen:

  1. Umgestaltung der Arbeitsbedingungen
  2. Umsetzung auf einen geeigneten Arbeitsplatz
  3. Erst dann ggf. Beschäftigungsverbot

Außerdem haben Sie der Mitarbeiterin ein Gespräch über weitere Anpassungen der Arbeitsbedingungen anzubieten. Ziel ist es, dass die (werdende) Mutter die Möglichkeit bekommt, ihre Beschäftigung weiter ausüben zu können. Ein Beschäftigungsverbot soll vermieden werden.

Wichtig für Sie: Vergessen Sie nicht, das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung, die festgelegten Schutzmaßnahmen und deren Überprüfung sowie das Angebot zu einem Gespräch zu dokumentieren. Wenn Sie hierauf verzichten, riskieren Sie ein Bußgeld von bis zu 5.000 €.

Download-Hinweis: Das neue Mutterschutzgesetz können Sie unter https://goo.gl/MtVbW6 abrufen.

Autor: Gabriele Janssen


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