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Welche 10 Regeln gelten, um einen Stromunfall zu vermeiden?

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Stromunfall

Um einen Stromunfall zu vermeiden, gehört die Sicherheitsunterweisung aller Beschäftigten, über Gefahren im Umgang mit elektrischen Geräten und die entsprechenden Schutzmaßnahmen, zu den unverzichtbaren organisatorischen Maßnahmen.

Durch die Sicherheitsunterweisungen Stromunfälle verhindern

Die Sicherheitsunterweisung ist nach § 4 der DGUV-Vorschrift 1 „Grundsatze der Prävention“ für alle Beschäftigten erstmals vor Aufnahme ihrer Tätigkeit und anschließend in regelmäßigen Abständen, das heißt im Normalfall 1-mal jährlich, vorgeschrieben. Der Inhalt der Unterweisung richtet sich nach der Arbeitsaufgabe und der Gefährdung durch die Arbeitsmittel, mit denen die Beschäftigten umgehen.

Beispiel für einen Stromunfall: Wer trägt hier die Verantwortung?

Hier handelt es sich um ein interessantes Beispiel für eine nicht „nur“ arbeitsschutzrechtliche, sondern sogar strafrechtliche Haftung wegen einer nicht ordnungsgemäß betriebenen elektrischen Anlage. Den Stromunfall stellte der bekannte Experte Prof. Dr. Thomas Wilrich, Fachanwalt für Arbeitsrecht, vor.

Eine Gruppe von Musikern begleitete eine Feier in einer Kirche von der Empore aus musikalisch. Während eines „Friedensgrußes“ reichten sich dabei zwei der Musiker die Hand und erlitten einen Stromschlag. Als Ursache wurde eine fehlerhaft installierte Steckdose ermittelt, an die die Gitarrenanlage eines der Musiker angeschlossen war.

Haftungsübernahme für diesen Stromunfall

Wer war für den Stromunfall verantwortlich und musste die Haftung übernehmen? Das Gericht ermittelte eine Pflichtverletzung des Pfarrers, der aufgrund seiner Garantenstellung verpflichtet gewesen wäre, die elektrischen Anlagen in der Kirche regelmäßig auf deren ordnungsgemäßen Zustand überprüfen zu lassen.

Außerdem verurteilte das Gericht den Pfarrer als Hausherrn zu 60 Tagessätzen wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Die Begründung hier:

Die zuständige Fachkraft für Arbeitssicherheit hatte den Vorgesetzten des Pfarrers, das Bischöfliche Ordinariat, auf den fehlerhaften FI-Schalter hingewiesen. Das Bischöfliche Ordinariat wies daraufhin den Pfarrer an, die Elektroverteilung sofort von einer Elektrofachkraft überprüfen zu lassen. Dass der Pfarrer dies unterließ, wertet das Gericht als Fahrlässigkeit.

Durch Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit im Betrieb kann man Stromunfälle vermeiden! Nachfolgend haben wie 10 Regeln zum Schutz vor Stromunfällen zusammengetragen.

Sie sollten bei allen Mitarbeitern mindestens diese 10 Regeln für den Schutz vor Gefahren durch einen Stromunfall ansprechen:

  1. Überzeugen Sie sich vor der Benutzung elektrischer Geräte oder Anlagen von deren einwandfreiem Zustand. (Mit „überzeugen“ ist hier nur eine Sichtprüfung auf Beschädigungen oder offensichtliche Fehler des Geräts oder der Anlage, zum Beispiel aufgescheuerte Isolierungen, gemeint).
  2. Bedienen Sie ein Gerät oder eine Maschine nur mittels der dafür vorgesehenen Schalter und Stelleinrichtungen. Keine Einstellungen an Sicherheitseinrichtungen verändern.
  3. Grundsätzlich keine nassen elektrischen Geräte benutzen und keine nassen elektrischen Anlagen bedienen. Gerate auch nicht mit nassen Händen berühren. Ausnahme: Die Geräte sind ausdrücklich für die Verwendung bei Nässe vorgesehen.
  4. Bei Störungen sofort Spannung abschalten und Stecker ziehen.
  5. Melden Sie Schäden oder ungewöhnliche Erscheinungen, an elektrischen Geräten oder Anlagen, sofort der Elektrofachkraft, der Sicherheitsfachkraft, dem Vorgesetzten oder dem Sicherheitsbeauftragten. Gerät oder Anlage nicht weiterverwenden und der Benutzung durch andere Personen entziehen, auf Gefahren hinweisen.

Ergänzende Regeln für besondere Situationen und Geräte, um Stromunfälle zu vermeiden

  1. Keine Reparaturen und „Bastelarbeiten“ – auch scheinbar noch so einfacher Art – an elektrischen Geräten und Anlagen durchführen, wenn Sie über die damit verbundenen Gefahren und die sichere Arbeitsweise keine ausreichenden Kenntnisse besitzen.
  2. Informieren Sie sich vor der Benutzung von Elektrohandwerkzeugen und anderen transportablen elektrischen Geräten über die besonderen Sicherheitsmaßnahmen. Halten Sie diese Sicherheitsmaßnahmen strikt ein. Dies gilt insbesondere beim Einsatz unter besonderen Umgebungsverhältnissen, wie zum Beispiel bei extremer Hitze, Kälte, Nässe, chemischen Einflüssen oder auch in feuer- bzw. explosionsgefährdeten Bereichen.
  3. Schutzabdeckungen und Zugänge an elektrischen Betriebsstätten oder Schaltanlagen nie öffnen. Achten Sie außerdem auf Kennzeichnungen oder Absperrungen, die Sie vor einer Berührung mit unter Spannung stehenden Leitungen oder Teilen warnen oder schützen sollen.
  4. Arbeiten in gefährlicher Nähe elektrischer Anlagen nur nach Anweisung einer erfahrenen Elektrofachkraft durchführen.
  5. Vor Beginn von Arbeiten in der Nähe von Freileitungen und Kabeln sind sogar besondere Sicherheitsmaßnahmen zu treffen. Informieren Sie sich über die Regelungen, die für solche Arbeiten vom Betreiber der Anlage zusammengestellt sind, und richten Sie sich danach. Sie erhalten von Ihrer Sicherheitsfachkraft oder vom nächsten Elektrizitätsversorgungsunternehmen die nötigen Hinweise.

Autor: Redaktion Safety Xperts

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