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Hand- und Hautschutzplan: Das gilt es zu beachten!

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Hand- und Hautschutzplan

Laut §5 des Arbeitsschutzgesetzes ist die Gefährdungsbeurteilung ein wichtiger Baustein der Arbeitssicherheit. Schließlich ist es von für die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter von potenzieller Bedeutung, dass eventuelle Gefahren rechtzeitig erkannt und entsprechende präventive Vorsorgemaßnahmen getroffen werden. Einer dieser Vorsorgemaßnahmen ist der Hand- und Hautschutzplan.

Warum ist ein Hautschutzplan notwendig?

Statistische und wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass viele Berufskrankheiten ihren Ursprung in einer Erkrankung der Haut haben. Beispielsweise werden durch Tätigkeiten, die häufiges Waschen und Desinfizieren der Haut erfordern, die Hautoberfläche stark belastet. Auch beim Umgang mit Gefahrstoffen, wird die Haut großen Belastungen ausgesetzt. Eben darum ist der Hand- und Hautschutzplan eine sinnvolle Maßnahme, um die Arbeitnehmer vor ernsten Erkrankungen zu schützen.

Wann muss ein Hautschutzplan erstellt werden?

Ein Hautschutzplan wird immer dann erstellt, wenn eine Gefährdungsbeurteilung nach § 5 bei einem oder mehreren Arbeitsplätzen erstellt wurde und diese, spezielle Gefahren für die Haut ergeben hat. Nachfolgend eine Auflistung von Beispielen und Szenarien, die die Erstellung eines Haut- und Handschutzplans sinnvoll machen:

  • Der Mitarbeiter kommt während seiner Tätigkeit in direkten oder indirekten Kontakt (Schutzkleidung) mit Gefahrenstoffen, die über sensibilisierende, reizende oder ätzende Eigenschaften verfügt.
  • eine mechanische Einwirkung auf die Haut
  • Der Mitarbeiter ist während seiner Tätigkeit konsequent starker Hitze, extreme Kälte oder UV-Strahlung ausgesetzt.
  • Der Mitarbeiter muss während seiner Tätigkeit vermehrt feuchtigkeitsdichte Handschuhe tragen
  • Aufgrund der Branche oder des Berufs wird vom Mitarbeiter eine intensive und/oder häufige Handreinigung verlangt.

Wichtig: Entsprechend bei der Gefährdungsbeurteilung ermittelnden Gefahren, ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet mit fachgerechter Unterstützung von Betriebsarzt oder Sicherheitsbeauftragte entsprechende Schutzmaßnahmen für die Mitarbeiter zu entwickeln. Das kann zum Beispiel das Tragen einer persönlichen Schutzausrüstung sein oder der Austausch der gefährlichen Stoffe.

Was gibt der Hautschutzplan an?

Der Haut- und Handschutzplan beinhaltet eine Reihe verschiedener für die Arbeitssicherheit relevanten Informationen. Dazu gehören folgende Informationen,

  • welche Gefährdungen am Arbeitsplatz für die Haut herrschen.
  • ob und welche Handschuhe bei der Tätigkeit getragen werden müssen.
  • welche Hautschutzmittel vor oder während der Arbeit verwendet werden müssen.
  • welches Hautreinigungsmittel bei welchem Verschmutzungsgrad zu verwenden ist.
  • welche Hautschutzmittel nach Beendigung der Tätigkeit zu verwenden sind.
  • welches Hautreinigungsmittel entsprechend dem Verschmutzungsgrad nötig ist
  • ob und welches Hautpflegemittel nach der Arbeit sinnvoll ist.

Wer erstellt den Hautschutzplan und wo muss er ausgehängt werden?

Die Pflicht den Hand- und Hautschutzplan zu erstellen liegt direkt beim Arbeitgeber. Dieser kann die Aufgabe jedoch delegieren und sich von der Fachkraft für Arbeitssicherheit, Betriebsarzt und anderen verantwortlichen Personen Unterstützung einholen. Der Plan wir dann am besten am Schwarzen Brett der Firma ausgehängt, oder zumindest so, dass er für alle gut sichtbar ist.

Des Weiteren wird der Inhalt des Hautschutzplans den Mitarbeitern bei der regelmäßigen Unterweisung nach §12 des Arbeitsschutzgesetzes mitgeteilt.

Tipp: Ein Haut- und Handschutzplan Muster von der BGN finden Sie hier! Die aufgeführten Beispiele sind jeweils nach den unterschiedlichen Branchen sortiert.

Warum sind Hautschutzmittel nötig und wie wendet man sie an?

Hautschutzmittel gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Während die einen dazu dienen, die Haut vor Arbeitsstoffen oder Sonneneinstrahlung schützen sollen, sollen andere die Haut vor Erweichung bewahren oder spenden Feuchtigkeit. Andere Hautschutzmittel wiederum, erleichtern die spätere Reinigung.

Hautschutzmittel sollten immer dann aufgetragen werden, wenn eine hautbelastende Tätigkeit ansteht. Dieser Vorgang ist nach Toilettengang und dem damit verbundenen Händewaschen zu wiederholen. Zugleich darf nicht vergessen werden, dass diverse Hautschutzmittel nur über eine begrenzte Hautschutzwirkung verfügen. Die Verwendung von Hautschutzmitteln kann das Tragen von Schutzhandschuhen nicht ersetzen.

Das sollte der Hautschutzplan zum Thema Schutzhandschuhe vorgeben

  • Mitarbeiter dürfen nur die im Hand- und Hautschutzplan oder in einer Betriebsanweisung festgelegten Sicherheitshandschuhe verwendet werden.
  • Damit Schutzhandschuhe Ihren Zweck erfüllen können, müssen sie immer eine optimale Passform und die richtige Größe haben.
  • Schutzhandschuhe dürfen nur für ihre ordnungsgemäße Bestimmung verwendet werden.
  • Zeigt der Mitarbeiter eine starke Schweißbildung bei der Arbeit, hat er die Möglichkeit Baumwoll-Unterziehhandschuhe unter den Schutzhandschuhen zu tragen. Alternativ können auch Hautschutzmittel mit hohem Gerbstoffgehalt aufgetragen werden, da diese eine Hauterweichung verhindern.
    • Falls notwendig, müssen die feuchtigkeitsdichten Schutzhandschuhe einschließlich Unterziehhandschuhe während einer Schicht mehrmals getauscht werden! Das feuchte bzw. nasse Paar Handschuhe kann ganz einfach zum Trocknen aufgehängt werden!
  • Alle Schutzhandschuhe unabhängig ihrer Art sind regelmäßig auf ihren Zustand zu überprüfen. Sind Sie beschädigt, ist ein Austausch notwendig!
  • Werden die Schutzhandschuhe beim Umgang mit Gefahrenstoffen getragen, darf nicht vergessen werden, dass es eine sogenannte Tragezeitbegrenzung gibt.
  • Sind Schutzhandschuhe in direkten Kontakt mit Giftstoffen gekommen, unabhängig ob innen oder außen, sind die Handschuhe sofort fachgerecht zu entsorgen!
  • Bei einer harmlosen Verschmutzung der Schutzhandschuhe reicht es meist aus, diese mit Zellstoff abzuwischen oder mit feuchtem Wasser auszuspülen.

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Hautreinigung: diese Informationen dürfen in keinem Hautschutzplan nicht fehlen!

Wie die Hautreinigung durchgeführt werden muss, ist immer abhängig vom jeweiligen Verschmutzungsgrad. Deshalb gibt der Hautschutzplan den Mitarbeitern vor, wie und mit welchem Reinigungsmittel sie die Hände je nach leichter, mittlerer oder starker Verschmutzung, reinigen müssen:

Leicht: Bei einem leichten Verschmutzungsgrad reicht es die Hände mit Wasser abzuspülen bzw. dazu eine waschaktive Substanz zu verwenden. Eine spezielle Handpflege nach der Reinigung ist nicht notwendig!

Mittel: Die verschmutzten Hände werden mit einem Tensid eingerieben und anschließend mit klarem Wasser abgespült.

Stark: Bei einem starken Verschmutzungsgrad wird der Schmutz vorher mit Papierhandtüchern reduziert bzw. mit Tensiden oder Hautreinigungsölen angelöst, bevor der eigentliche Reinigungsvorgang stattfindet. Alternativ eignen sich auch sogenannte Reibemittel!

Achtung: Lösemittelhaltige Hautreinigungsmittel sollten Ihre Mitarbeiter nur in Ausnahmefällen verwenden, um den natürlichen Säuremantel der Haut nicht unnötig zu belasten! Ähnliches gilt für die Verwendung von Hautbürsten.

Ihr Hand- und Hautschutzplan sollte fester Bestandteil Ihres Hygieneplans sein und auch in der Hygieneschulung regelmäßig unterwiesen werden.

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