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Bettenaufbereitung: So werden Patienten und Pfleger geschützt

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Bettenaufbereitung

Die Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention gibt klare Vorgaben für Bettenaufbereitung in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, um Infektionen zu vermeiden. Was Sie dabei beachten müssen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Die Konzepte der Bettenaufbereitung im Krankenhaus (§23 lfsG) haben alle denselben Zweck. Dieser besteht darin, eine nosokomiale Infektion zu vermeiden wird. Um sicherzustellen, dass das vorgegebene Ziel konsequent eingehalten wird, werden nach der manuellen Bettenaufbereitung mikrobiologische Untersuchungen durchgeführt.

Wann ist die Bettenaufbereitung notwendig?

Eine Bettenaufbereitung ist immer dann durchzuführen, wenn

  • die Patienten eines Zimmers wechseln bzw. eine Isolierung aufgehoben wird,
  • sich sichtbare Verschmutzungen zeigen
  • der Patient frisch operiert wurde
  • oder der Patient länger als 5 Tage in diesem Krankenbett liegt.

Diese Betten werden dementsprechend mit „Langlieger“, „Infektion“ oder „infektiös“ gekennzeichnet. Im Falle der Isolierung muss das komplette Zubehör (Nachtisch, Galgen usw.) aufbereitet werden.

HINWEIS
Um unnötigen Mehraufwand zu vermeiden, sollten sogenannte wisch-desinfizierbare Kissen verwendet werden.

Anforderungen an den Ort der Bettenaufbereitung

Entsprechend RKI-Richtlinien kann die Bettenaufbereitung entweder bereits in dem jeweiligen Bettenlager/Bettenzentrale erfolgen oder direkt auf der Station. In beiden Fällen müssen die Räumlichkeiten, in denen die Aufbereitung stattfindet, einige Bedingungen erfüllen:

Zum einen müssen Sie die Möglichkeit bieten, dass reine und unreine Betten funktional voneinander während der Aufbereitung und Lagerung getrennt werden können. Ist dies nicht gewährleistet, liegt es in der Aufgabe der Krankenhaushygiene, entsprechende Möglichkeiten zur Erfüllung der Anforderungen zu entwickeln.

Bei der Durchführung müssen auch Mitarbeiter geschützt sein

Zu reinigende Betten müssen vom Personal entsprechend gekennzeichnet werden. Hierbei gibt es keine standardisierten Vorschriften, allerdings muss klar zu erkennen sein, dass das Bett gereinigt werden muss. Beispielsweise ist es in vielen Krankenhäusern geläufig, dass zur Erkennung die Kissen und Decken dieser Betten am Fußende platziert werden und mit einer Einmalfolie überzogen werden.

Durch die Anforderungen an die Bettenaufbereitung wird versucht, die Patienten vor Infektionen zu schützen. Genauso wichtig ist es aber auch, die entsprechenden Mitarbeiter zu schützen. Um den richtigen Arbeitsschutz zu gewährleisten müssen Hygienemaßnahmen, wie das Anziehen von desinfektionsbeständigen Handschuhen sowie einer flüssigkeitsdichten Schürze, berücksichtigt werden.

Um die Infektionsgefahr weiter zu vermeiden, muss die abgezogene Bettwäsche in einem Wäschesack zur Aufbereitung gebracht werden.

ACHTUNG
Ist die Bettwäsche durch Flüssigkeiten (Blut, Kot, Urin, Erbrochenem usw.) verschmutzt, besteht Gefahr, dass die Flüssigkeit nach außen dringt. In diesem Fall muss die auszuführende Kraft die sogenannte Doppelsackmethode anwenden. Das bedeutet, dass die schmutzige Bettwäsche im Wäschesack zusätzlich mit einem flüssigkeitsdichten Foliensack verpackt werden muss.

Die manuelle Aufbereitung von Patientenbetten

Bei der Desinfektion von Patientenbetten zählt höchste Gründlichkeit. Die Reinigung beinhaltet nicht nur das Bettgestell, sondern auch die Laufrollen, die Unterseite und das Bettenzubehör (Patientenrufknopf, Galgen usw.). Alles muss mit einem Flächendesinfektionsmittel desinfiziert werden. Erst nach Ablauf der kompletten Einwirkzeit des Desinfektionsmittels ist eine erneute Benutzung des Zimmers oder des Bettes erlaubt. Die durchführende Kraft sollte vor der Durchführung der Tätigkeit einen Blick in den Desinfektionsplan der Pflegeeinrichtung werfen, um zu erfahren, welche Einwirkzeit und Konzentration bezüglich des Desinfektionsmittels eingehalten werden muss.

Werden Patientenbetten und das Zubehör in der Bettenzentrale maschinell aufbereitet, sind immer die Standards der RKI-Richtlinie einzuhalten. Dabei sollte die Matratze eines Patientenbettes in jedem Fall mit einem Überzug ausgestattet werden, der eine Wischdesinfektion erlaubt. Derartige Matratzen sind auf dieselbe Art wie das Bettengestell aufzubereiten.

Wurde die Aufbereitung der Betten abgeschlossen hat die Pflegekraft die Schutzkleidung abzulegen und entsprechend des Hautschutzplans eine hygienische Händedesinfektion durchzuführen.

TIPP
Bei der Aufbereitung der Pflegebetten nach RKI-Richtlinie ist darauf zu achten, dass auch der Nachttisch nicht vergessen wird. Dieser ist innen und außen entsprechend zu desinfizieren.

Welche Betten gelten als „infektiös“?

In der Pflege gelten Betten als infektiös, welche von Patienten belegt wurden, bei denen Isolierungsmaßnahmen notwendig waren. Dazu gehören Patienten mit

  • MRSA
  • VRE
  • MRGN
  • Rotavirus
  • Norovirus
  • Clostrium diffus.
  • Tuberkulose
  • Herpes Zoster
  • Windpocken
  • Masern
  • Influenza
  • Diphterie
  • Meningokokken usw.

Auch mit Blut oder Kot verschmutzte Betten gelten als infektiös. Hier müssen bei der Aufbereitung die entsprechenden Anforderungen des Hygieneplans zu Desinfektions- und Schutzmaßnahmen eingehalten werden.

Was ist beim Aufrüsten eines hochinfektiösen Bettes zu beachten?

Die frühste Möglichkeit zum Aufrüsten eines infektiösen Betts besteht, nachdem die Einwirkzeit des Desinfektionsmittels entsprechend des Desinfektionsplans abgeschlossen ist. Vor dem Durchführen der Tätigkeit muss die durchführende Pflegekraft ihre Hände hygienisch desinfizieren. Danach werden Nachttisch und Bett vor einer erneuten Kontamination geschützt indem beide mit einer Einmalabdeckfolie bis zur nächsten Nutzung abgedeckt werden. Dabei ist das Patientenbett mit dem Datum und der Uhrzeit der Aufbereitung und der Kennzeichnung „rein“ zu versehen.

HINWEIS
Die Aufbereitung von Kissen, Decken und der Bettwäsche darf nur von Wäschereien durchgeführt werden, die über eine entsprechende Zulassung für diese Tätigkeit verfügen.

Fazit zur richtigen Bettenaufbereitung

  1. Die Betten sind vom Personal der Station mit den jeweiligen Erregern zu kennzeichnen.
  2. Beim Abziehen der Bettwäsche sind die Vorgaben bezüglich des Umgangs mit infektiösen Krankheiten einzuhalten. Auch die Wäsche wird als infektiös betrachtet und muss entsprechend gekennzeichnet werden. Der Transport zur Wäscherei hat nur per Doppelsackmethode zu erfolgen.
  3. Werden hochinfektiöse Betten aufbereitet, müssen alle Kontakt- und Außenflächen per Scheuerwischinfektion gereinigt werden. Dazu gehört natürlich auch das Zubehör, wie das Streckgitter, der Galgen usw.
  4. Bettdecke und Kissen müssen ebenfalls desinfiziert werden.

Mehr zum Thema: So setzen Sie Hygienemanagement in die Praxis um

 

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