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So wird das Prüfintervall für elektrische Betriebsmittel festgelegt

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Prüfintervall

Alle elektrischen Geräte, die in einem Unternehmen eingesetzt werden, müssen regelmäßig geprüft werden, damit man sicher mit ihnen arbeiten kann. Wann, wie oft, von wem und in welchem Umfang geprüft werden muss, müssen Sie bzw. Ihr Arbeitgeber prinzipiell individuell im Rahmen der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung als Prüfintervall festlegen.

Sein Prüfintervall wird für ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel festgelegt. Darunter werden Geräte und Maschinen wie etwa handgeführte Elektrowerkzeuge, Bürogeräte, Laborgeräte, Küchengeräte, Kabeltrommeln oder Verlängerungskabel, die

  • während des Betriebs bewegt werden können,
  • leicht von einem Platz an einen anderen gebracht werden können, während sie an den Versorgungsstromkreis angeschlossen sind,
  • während des Betriebs üblicherweise in der Hand gehalten werden, verstanden.

Prüfintervall festlegen: Die Gefährdungsbeurteilung entscheidet

Arbeitgeber bzw. Sie als EFK sollten die Prüffristen so bemessen, dass Sie Mängel, die während der Benutzung entstehen, rechtzeitig erkennen können. Insofern können Sie relativ frei entscheiden, dass Arbeitsmittel, die selten benutzt werden, in längeren Intervallen geprüft werden, während umgekehrt viel genutzte Maschinen oder Geräte, die auf Baustellen verwendet werden, in kurzen Abständen untersucht werden.

Prinzipiell gilt: Der sichere Zustand des Arbeitsmittels muss

  • vor der ersten Inbetriebnahme
  • nach Änderungen oder Instandsetzungen sowie
  • in regelmäßigen Abständen

von einer zur Prüfung befähigten Person kontrolliert und festgestellt werden.

Hilfe bei der Festlegung von Prüffristen geben die Bedienungsanleitungen der Hersteller, die DGUV-Vorschrift 3 „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“ in § 5 sowie die rechtlich maßgebliche Technische Regel zur Betriebssicherheitsverordnung (TRBS) 1201 „Prüfungen von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen“.

Allerdings sind alle diese Angaben nur Orientierungswerte, die Sie als Elektrofachkraft unter Berücksichtigung der Einsatzbedingungen, der Erfahrungswerte und der gesetzlichen Rahmenbedingungen auch abweichend einschätzen können.

TIPP
Halten Sie im Arbeitsmittelkataster nicht nur die Prüffrequenzen und Prüftermine fest, sondern erklären Sie auch, warum Ihr Betrieb sich z. B. für eine Verkürzung oder eine Verlängerung der Prüfintervalle entschieden hat. Definieren Sie dabei auch Prüfart, Prüfer und Prüfumfang eindeutig anhand der Ergebnisse der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung.

Dieses Prüfintervall empfiehlt die TRBS 1201

In der Technischen Regel für Betriebssicherheit 1201 „Prüfungen von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen“ werden sogar Prüfungsintervalle angegeben. Solange Sie diese Richtwerte beachten, sind Sie auf der sicheren Seite. Dabei werden je nach Arbeitsort und Gefährdungspotenzial (gemessen an der Fehlerquote) auch kleinere Prüfungsintervalle nötig.

Betriebsmittel Prüfintervall
  • Ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel
  • Verlängerungs- und Geräteanschlussleitungen mit Steckvorrichtungen
  • Richtwert: 6 Monate, auf Baustellen 3 Monate.
  • Wird bei den Prüfungen eine Fehlerquote < 2 % erreicht, kann die Prüffrist verlängert werden:
  • in Betriebsstätten, die nicht Büros sind: 1-mal pro Jahr
  • in Büros: alle 2 Jahre

WICHTIG: Bei der Berechnung der Fehlerquote ist darauf zu achten, dass nur Arbeitsmittel aus gleichen bzw. vergleichbaren Bereichen herangezogen werden, z. B. nur Werkstatt, nur Fertigung, nur Bürobereich.

  • Ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel auf Baustellen
  • Anschlussleitungen mit Stecker
  • Bewegliche Leitungen mit Stecker und Festanschluss
  • Richtwert: 3 Monate
  • wird bei den Prüfungen eine Fehlerquote < 2 % erreicht, kann die Prüffrist auf mindestens 1-mal pro Jahr verlängert werden.

So geben Sie das Prüfintervall und Fristen richtig an

Sowohl in Ihrem Prüfverzeichnis als auch im Arbeitsmittelkataster und in der Dokumentation müssen Sie Prüftermine und das Prüfintervall schriftlich festhalten. Die Betriebssicherheitsverordnung gibt vor, dass der Termin einer Wiederholungsprüfung jeweils mit dem Monat und dem Jahr angegeben wird.

Die Frist für die nächste wiederkehrende http://DokumentationPrüfung beginnt dann am Tag der letzten erfolgten Prüfung. Prüfen Sie bereits vor dem Fälligkeitstermin, beginnt die Frist für die nächste Prüfung mit dem Monat und dem Jahr der tatsächlich erfolgten Prüfung. Achten Sie darauf, dass alle Ihre Eintragungen diesem Muster entsprechen!

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Autor: Sabine Kurz

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