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Das trägt die befähigte Person zur Arbeitsmittelsicherheit bei

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Befähigte Person

Obwohl die neue Betriebssicherheitsverordnung schon im Sommer 2015 in Kraft getreten ist, mussten immer noch nachgeordnete staatliche und private Regeln angepasst werden. Jetzt wurde die Richtlinie VDI 4068, Blatt 1, an die neue Begrifflichkeit angepasst.

Arbeitsmittel elektrischer Art wie Maschinen, Anlagen und andere Geräte leisten heute mehr denn je und sind im alltäglichen Arbeitsleben nicht mehr wegzudenken. Sie bieten eine große Unterstützung, bürgen aber auch Gefahren mit sich, wenn sie nicht richtig instandgehalten werden. Je mehr Arbeit sie einem abnehmen können, desto höhere Anforderungen stellen die elektrischen Anlagen an betriebliche sowie private Nutzer und an das Umfeld, in dem sie betrieben werden. Eine befähigte Person ist deshalb umso wichtiger, da sie das genaue Prüfwissen zum richtigen Umgang mit diesen Arbeitsmitteln hat.

Es ist unumstritten, dass die heutigen Maschinen nicht nur im produzierenden Gewerbe sondern gesamtwirtschaftlich sehr viel Unterstützung bieten. Allerdings ist es wichtig, dass Unternehmen ihren Beschäftigten nicht willkürlich diese Unterstützung anbieten und sich dann nicht mehr darum kümmern, sondern dass sie ihren Mitarbeitern gewährleisten, für deren Aufgaben nur solche Arbeits- und Betriebsmittel zur Verfügung stellen, mit denen sicher gearbeitet werden kann. Deshalb müssen Maschinen und Anlagen zunächst einmal den EU-weiten Sicherheitsvorschriften entsprechen. Darüber hinaus können nur regelmäßige Prüfungen garantieren, dass Arbeitsmittel und überwachungsbedürftige Anlagen sich über ihren gesamten Lebenszyklus hin in einem ordnungsgemäßen, sicheren Zustand befinden.

Wie notwendig ist die befähigte Person?

Gerade in Klein- und Kleinstunternehmen ist der Bedarf befähigter Personen hoch. Laut den Befunden der Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz ( EU- OSHA)  und anderen Studien ergibt sich folgendes Bild der Arbeitsschutzsituation in kleinen und Kleinstunternehmen (KKU). In KKU:

  • werden weniger Gefährdungsbeurteilungen durchgeführt, etwa jeder dritte Betrieb macht überhaupt keine regelmäßigen Gefährdungsbeurteilungen.
  • sind Maßnahmen zur Gesundheitsförderung in geringerem Maße verbreitet.
  • ist das Risiko der Mitarbeiter für schwere Verletzungen und tödliche Unfälle höher.
  • bestehen größere Schwierigkeiten beim Risikomanagement.

Man erkennt auf den ersten Blick, dass diese Faktoren sich gegenseitig verstärken und kontraproduktiv auf Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz auswirken. Es ist leider festzuhalten, dass Beschäftigte in KKU nachweislich größeren Risiken ausgesetzt sind als Arbeitnehmer in größeren Unternehmen.

Wann sind Prüfungen vorzunehmen?

Prüfungen sind insbesondere vor der ersten Inbetriebnahme einer Maschine, danach in regelmäßigen Abständen sowie nach gravierenden Änderungen oder Un- und Störfällen erforderlich. Zentral dafür, dass Prüfungen ihren Zweck als Hauptinstrument zur Unfallprävention erfüllen, ist natürlich die fachliche Qualifikation des jeweiligen Prüfers bzw. der gewählten Prüfstelle. Die Betriebssicherheitsverordnung fordert für Prüfungen von Arbeitsmitteln bzw. überwachungsbedürftigen Anlagen den Einsatz entweder einer „zur Prüfung befähigten“ Person (Arbeitsmittel) oder einer zugelassenen Überwachungsstelle (ZÜS) für überwachungsbedürftige Anlagen.

Prüfwissen befähigter Personen

In der Betriebssicherheitsverordnung ist die Definition einer zur Prüfung befähigten Person sehr allgemein gefasst. Gefordert wird, dass diese aufgrund ihrer fachlichen Bildung, ihrer Erfahrung und ihrer Kenntnisse in der Lage ist, den betriebssicheren Zustand von Maschinen zu prüfen und zu beurteilen. Die konkrete Auswahl orientiert sich in der betrieblichen Praxis an den dort eingesetzten Arbeitsmitteln oder nach der Art der überwachungsbedürftigen Anlage. Konkretisierungen solcher allgemeinen Anforderungen der Betriebssicherheitsverordnung finden sich normalerweise in den Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS). Allerdings wurde die eigentlich einschlägige TRBS 1203 „Befähigte Personen“ noch nicht an den Stand der neuen Betriebssicherheitsverordnung angepasst.

Gleiches gilt für die ebenfalls einschlägige TRBS 1201 „Prüfungen von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen“. Die neue Richtlinie hilft dem Unternehmer bei der Wahl des geeigneten Prüfers, indem sie die Qualifikationsmerkmale von zur Prüfung befähigten Personen beschreibt.

Relevant sind dabei u. a.

  • Die Feststellung der allgemeinen Qualifikation der infrage kommenden Personen
  • Die Beurteilung der zu prüfenden Arbeitsmittel nach Komplexität, Prüfaufwand und Art und Umfang der Gefährdung
  • Die Zuordnung von Qualifikationsmerkmalen zu den zu prüfenden Arbeitsmitteln
  • Anforderungen an die Weiterbildung und an die Ausbilder, bei denen die erforderliche Qualifikation erworben wird.
WICHTIG
Eine zur Prüfung befähigte Person sollte immer schriftlich beauftragt werden. Dabei sollte auch die Art der erworbenen Qualifikation, etwa Weiterbildungen etc., festgehalten werden. Natürlich müssen auch die Durchführung der Prüfung und deren Ergebnisse dokumentiert werden.

 

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Autor: Friedhelm Kring

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