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Gefährdungsbeurteilung: Maßnahmen im Rahmen des Arbeitsschutzes

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Gefährdungsbeurteilung, Gefahr beurteilen im Betrieb

Wird für Beschäftigte ein Arbeitsplatz eingerichtet, muss der Arbeitgeber eine Gefährdungsbeurteilung durchführen. Worauf bei dieser Arbeitsschutzmaßnahme zu achten ist.

    Die Zahlen klingen alarmierend. 2018 wurden bundesweit 876.952 Arbeitsunfälle registriert. Das teilt das Statistische Bundesamt (destatis) in Wiesbaden mit. Obwohl die Zahl hoch ist, hält sie sich laut destatis auf einem stabilen Niveau. Gegenüber dem Rekord-Unfalljahr 1992 mit knapp 1,9 Millionen Arbeitsunfällen hat sie sich mehr als halbiert. Wie destatis weiter mitteilt, wurde 2017 die niedrigste Arbeitsunfallquote seit Bestehen der Bundesrepublik erreicht.

    Die Gründe für die niedrige Quote sind unterschiedlich. Neben der größeren Achtsamkeit der Mitarbeiter spielt die Gefährdungsbeurteilung des Arbeitgebers eine entscheidende Rolle. Nachfolgend soll darauf detailliert eingegangen werden.

    Schwerpunkte der Gefährdungsbeurteilung sind unter anderem die Durchführung und Dokumentation. Daneben spielen der Arbeitsschutz, die Arbeitsschutzmaßnahmen und das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) im Beitrag eine Rolle.

    Definition Gefährdungsbeurteilung

    Hierbei handelt es sich um eine Bestandsaufnahme aller im Betrieb vorhandenen Gefährdungen. Ziel der Gefährdungsbeurteilung ist die Erhaltung der Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter. Dies sind zwei wesentliche Faktoren für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens.

    Bei der Gefährdungsbeurteilung werden sämtliche Arbeitsprozesse, Arbeitsmittel und -bedingungen auf Herz und Nieren geprüft. Mit der Beurteilung soll herausgefunden werden, ob diese sicher sind oder Risiken bergen. Das übergeordnete Ziel der Gefährdungsbeurteilung ist, die Arbeit im Unternehmen sicherer zu machen.

    Die Gefährdungsbeurteilung bildet die Basis des betrieblichen Arbeitsschutzes. Dadurch kann der Arbeitgeber erkennen, welchen Gefährdungen die Mitarbeiter konkret ausgesetzt sind. Wird eine solche Beurteilung vorgenommen, sind die Bedingungen nach § 5 ArbSchG erfüllt.

    Hier nennt der Gesetzgeber Punkte, aus denen sich eine Gefährdung durch den Arbeitsplatz ergeben können. Diese sind zum Beispiel:

    Wichtig: Die Gefährdungsbeurteilung von Arbeitsstätten ist keine einmalige Angelegenheit, sondern muss mit Blick auf den betrieblichen Arbeitsschutz in regelmäßigen Abständen erfolgen.

    Wann muss die Gefährdungsbeurteilung erfolgen?

    Um die Anforderungen des gesetzlich festgeschriebenen Arbeitsschutzes zu erfüllen, muss der Arbeitgeber die Gefährdungsbeurteilung vor der Aufnahme der Tätigkeiten durchführen. In diesem Rahme ist es eine Erstbeurteilung an allen bestehenden Arbeitsplätzen. Darüber hinaus muss die Beurteilung beim Einrichten und Betreiben von Arbeitsstätten erfolgen. Nicht zuletzt muss der Arbeitgeber dafür sorgen, dass die Gefährdungsbeurteilung vor der Verwendung der entsprechenden Arbeitsmittel durchgeführt wird.

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    Aktualisierung der Gefährdungsbeurteilung

    Arbeitgeber müssen dafür sorgen, dass die Gefährdungsbeurteilung stets aktualisiert wird. Dies ist dann der Fall wenn:

    Weitere Gründe, wann die Gefährdungsbeurteilung vom Arbeitgeber aktualisiert werden muss, liefert die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin ( BAuA) auf ihrer Webseite.

    Durchführung der Gefährdungsbeurteilung

    Für Betriebe und Unternehmen gilt ein allgemeiner Grundsatz: die Gefährdungsbeurteilung muss durchgeführt werden, bevor es zu einem Arbeitsunfall oder einem Störfall kommt. Bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung gibt es bestimmte Regeln, auf die zwingend geachtet werden muss. Dazu gehören folgende:

    • Arbeitgeber müssen sich ein Bild von den potenziellen Gefährdungen im Betrieb machen.
    • Die Struktur bei einer Gefährdungsbeurteilung ist besonders wichtig. Alle erkennbaren Gefahren und Gefährdungen müssen untersucht werden. Gefahrenquellen, die im Arbeitsschutzgesetz genannt werden, sind beispielsweise Arbeitsprozesse, Arbeitsabläufe und Arbeitszeiten.
    • Wenn eine Gefährdung des Arbeitsplatzes und der Arbeitsstätte erkannt wird, sollten Arbeitgeber überlegen, wie diese beseitigt werden können.
    • Die Gefährdungsbeurteilung muss für jeden Arbeitsplatz erfolgen. Sollten die Arbeitsstätten, die Arbeitsverfahren und die Arbeitsplätze gleich sein, ist die Beurteilung eines Arbeitsplatzes und einer Tätigkeit ausreichend. Dies ist zum Beispiel in einem 2- oder 3-Mann-Büro der Fall.
    • Es gibt eine arbeitsplatzspezifische Gefährdungsbeurteilung. Diese muss bei nichtstationären Arbeitsplätzen erfolgen, aus denen sich besondere Gefährdungen ergeben.

    Wie hoch ist der Umfang einer Gefährdungsbeurteilung?

    Der Umfang einer Gefährdungsbeurteilung ergibt sich aus der Größe des Unternehmens. Daneben spielen die betrieblichen Anforderungen und Gegebenheiten eine wichtige Rolle. Bei der Beurteilung müssen alle Arbeitsabläufe berücksichtigt werden. Dazu gehören auch die Aufgaben, die außerhalb der normalen Betriebsbedingungen stattfinden. Beispiele hierfür sind In- und Außerbetriebnahmen oder die Abfallbeseitigung.


    Wie der Arbeitgeber die Gefährdungsbeurteilung durchzuführen hat, regelt das Arbeitsschutzgesetz nicht. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) teilt auf ihrer Webseite mit, dass die Aufsichtspersonen der Unfallversicherungsträger den Arbeitgeber bei der Durchführung der Beurteilung beraten.

    Mitglieder der DGUV sind die gewerblichen Berufsgenossenschaften und die Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand. Die neun gewerblichen Berufsgenossenschaften gliedern sich nach einzelnen Branchen. Die Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand gliedern sich in 19 Unfallkassen und Gemeindeunfallversicherungsverbände. Darüber hinaus gliedern sie sich in vier Feuerwehr-Unfallkassen und der Unfallversicherung Bund und Bahn auf.

    Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung

    Der Arbeitgeber ist verpflichtet, den gesamten Prozess der Gefährdungsbeurteilung zu dokumentieren. Die Dokumentation kann zum Beispiel verwendet werden für:

    • die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung.
    • die Kontrolle der Maßnahmen in Bezug auf den Arbeitsschutz.
    • die Aufsichtsbehörden als Nachweis.
    • Überarbeitungen, wenn sich die Anforderungen an den betrieblichen Arbeitsschutz oder rechtliche Gegebenheiten ändern.

    Beschäftigte in die Gefährdungsbeurteilung mit einbeziehen

    Wichtig ist, dass die Mitarbeiter des Betriebs, Unternehmens oder der Organisation in den gesamten Prozesses der Gefährdungsbeurteilung mit einbezogen werden. Personal- und Betriebsräte haben ein Mitbestimmungsrecht. Wie die BAuA mitteilt, gilt das Mitbestimmungsrecht auch für die Auswahl der Durchführungs-Methode.

    Für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen und für die Vertreter der Beschäftigten gibt es Rechte und Pflichten. Dazu gehören unter anderem:

    • Teilnahme an der Befragung zur Gefährdungsbeurteilung sowie zur Benennung der Personen, die für die Durchführung der Beurteilung verantwortlich sind.
    • Den Arbeitgeber über potenzielle Gefahren am Arbeitsplatz und an der Arbeitsstätte informieren.
    • Meldung bei Änderungen am Arbeitsplatz
    • Recht auf Informationen über die Gefahren der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz. Recht auf Informationen über die Maßnahmen, die zur Beseitigung der Maßnahmen ergriffen werden.
    • Aufforderung des Arbeitgebers entsprechende Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit am Arbeitsplatz zu ergreifen.
    • Kooperation mit dem Arbeitgeber, damit er die Maßnahmen zeitnah und gründlich umsetzen kann.
    • Kooperation in Bezug auf die Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung.

    Methoden zur Durchführung von BAuA und DGUV

    Jede Tätigkeit am Arbeitsplatz birgt Gefahren für die Gesundheit der Beschäftigten. Deshalb steht der Arbeitgeber in der Pflicht, im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung für die Gesundheit der Mitarbeiter durch präventive Maßnahmen zu sorgen.

    Gemeinsam mit der DGUV führte die BAuA das Projekt „MEGAPHYS – Mehrstufige Gefährdungsanalyse physischer Belastungen am Arbeitsplatz“ durch.

    Im Rahmen des Projekts wurden sechs sogenannte Leitmerkmethoden entwickelt, die für den Betriebsalltag zur Verfügung stehen. Mit diesen Methoden haben Unternehmen die Möglichkeit, Gefährdungen am Arbeitsplatz zu ermitteln und zu beurteilen. Für die BAuA und die DGUV haben die Gefährdungen unterschiedliche Formen. Die Methoden wurden in zwei Bänden veröffentlicht und stehen jetzt der betrieblichen Praxis zur Verfügung.

    Die einzelnen Methodenebenen sind:

    • Spezielles Screening
    • Experten-Screening
    • Messtechnische Analysen
    • Labormessungen / Simulation

    Für die Methodenebene „Spezielles Screening“ hat die BAuA unter anderem in Kooperation mit dem Institut für Arbeitsmedizin und dem Verein für Sicherheitstechnik und Ergonomie (ASER) sechs Leitmerkmalmethoden als Neu- und Weiterentwicklungen erarbeitet. In Vorstudien wurden diese in 40 Unternehmen erprobt und daraufhin nochmals modifiziert, wie die BAuA mitteilt.

    Das manuelle Heben, das Halten von Tragen und Lasten, das manuelle Ziehen und Schieben von Lasten, manuelle Arbeitsprozesse, Ganzkörperkräfte, Körperfortbewegungen und Körperzwangshaltungen wurden vor dem Hintergrund des Speziellen Screenings untersucht.

    Die komplette mehrstufige Gefährdungsanalyse stellt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin kostenfrei auf ihrer Webseite als PDF-Download zur Verfügung

    Gefährdungsbeurteilung im Rahmen der Betriebssicherheitsverordnung

    Durch die entsprechenden Verordnungen findet das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) Anwendung. Das bekannteste Beispiel ist die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV). Dadurch wird der Gesundheitsschutz und die Sicherheit in den verschiedenen Arbeitsumgebungen gewährleistet und aufrechterhalten.

    Im Zusammenhang mit der Gefährdungsbeurteilung spielt die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) eine große Rolle. Die aktualisierte Fassung der Betriebssicherheitsverordnung befasst sich damit, die Sicherheit bei der Verwendung von Arbeitsmitteln zu garantieren.

    Arbeitsmittel sind in diesem Zusammenhang Werkzeuge, Maschinen, Geräte oder große technische Anlagen. Die überarbeitete Betriebssicherheitsverordnung von 2015 schreibt Arbeitgebern vor, dass die Arbeitsmittel erst auf Grundlage einer Gefährdungsbeurteilung verwendet werden dürfen. Arbeitgeber müsse die Sicherheit der Arbeitsmittel beurteilen – selbst dann, wenn es sich um ein Arbeitsmittel mit einem CE-Kennzeichen handelt.

    Nur das CE-Kennzeichen reicht nicht aus

    Es ist allerdings ein weitverbreiteter Irrglaube, dass die CE-Kennzeichnung allein ausreicht, um die Sicherheit von Werkzeugen und anderen Arbeitsmitteln zu garantieren. Im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung ist die Sicherheit der Arbeitsmittel erst dann gegeben, wenn die mitgelieferte Technik positiv beurteilt wird.

    Darüber hinaus spielen die ergänzenden Maßnahmen an den Arbeitsmitteln im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung eine große Rolle. Die Sicherheit der Arbeitsmittel setzt sich aus der Summe der Technik und der einzelnen Maßnahmen zusammen.

    Die Grundlage dafür, dass das CE-Kennzeichen allein nicht ausreicht, ist ein Urteil des OLG Nürnberg (Az. 4 U 1706/12). Verhandelt wurde ein Streitfall zwischen einem Arbeitgeber und einem Arbeitnehmer. Beklagte war in diesem Fall der Arbeitgeber. Der Arbeitsunfall des Arbeitnehmers ereignete sich an einer Pappkartonstanze, die das CE-Kennzeichen trug. Allerdings entsprach die Maschine nicht der Maschinenrichtlinie 89/392/EWG. Technische Mängel und das Fehlen einer automatischen Abschaltung führten zu schweren Verletzungen des Klägers.

    Das OLG Nürnberg stellte mit seinem Urteil klar, dass es sich bei einem CE-Zeichen um eine Eigenerklärung des Herstellers handle. Zudem sei es vielmehr ein Warenpass als ein Qualitätszeichen. Weder die Sicherheit noch die Qualität sei laut Auffassung des Gerichts dadurch gegeben.

    Das Gericht forderte eine Gefährdungsbeurteilung vor der Aufnahme der Tätigkeit. Gegebenenfalls sollten Anpassungen an der Maschine vorgenommen sowie eine Betriebsanweisung erstellt werden. Nicht zuletzt forderte das OLG dem Arbeitsmittel einer regelmäßigen Prüfung zu unterziehen.

    Das OLG stellte mit dem Urteil zudem fest: Wenn die Arbeitsmittel durch eine Sicherheitsfachkraft überprüft werden, ist der Arbeitgeber nicht automatisch von seinen Pflichten und seiner Mithaftung befreit. Vor dem Hintergrund der Sicherheit bei der Verwendung von Arbeitsmitteln hat die Betriebssicherheitsverordnung einen bedeutenden Stellenwert im Unternehmen.

    Gefahrstoffverordnung und Gefährdungsbeurteilungen

    Gefährdungsbeurteilungen sind vom Arbeitgeber in gründlichem Maß dann durchzuführen, wenn Mitarbeiter gefährlichen Stoffen ausgesetzt sind. Die Verordnung zum Schutz vor gefährlichen Soffen wird als Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) bezeichnet. Vor dem Hintergrund des Arbeitsschutzgesetztes regelt die Gefahrstoffverordnung die Schutzmaßnahmen für Beschäftigte bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen.

    Als solche werden Stoffe und Stoffgemische bezeichnet, die bestimmte physikalische oder chemische Eigenschaften besitzen. Diese Eigenschaften sind beispielsweise hochentzündlich, giftig, krebserzeugend oder ätzend. Am 18. November 2016 ist die Verordnung zur Umsetzung der Richtlinie 2014/27/EU und zur Änderung von Arbeitsschutzbedingungen im Bundesgesetzblatt verkündet worden. Die Verordnung trat am 19.11. 2016 in Kraft.  

    Laut § 6 Abs. 11 der GefStoffV darf die Gefährdungsbeurteilung ausschließlich von fachkundigen Personen vorgenommen werden. Sollte der Arbeitgeber nicht über eigene Fachkenntnisse verfügen, muss er sich beraten lassen. Als Fachkraft wird in der Verordnung der Betriebsarzt oder die Betriebsärztin angeführt. Diese können beispielsweise für die Arbeitssicherheit verantwortlich sein.

    Darüber hinaus müssen bei der Gefährdungsbeurteilung mit Gefahrstoffen Tätigkeiten berücksichtigt werden, bei denen auch nach Ausschöpfung sämtlicher technischer Schutzmaßnahmen die Möglichkeit einer Gefährdung besteht. Laut Gefahrstoffverordnung gilt dies speziell für Instandhaltungs- und Wartungsarbeiten. Zusätzlich müssen Tätigkeiten, wie beispielsweise Bedien- und Überwachungsarbeiten berücksichtigt werden, wenn diese zu einer Gefährdung von Beschäftigten durch Gefahrstoffe führen können.

    Bei der Festlegung der geeigneten Schutzmaßnahmen kann der Arbeitgeber zudem eine Gefährdungsbeurteilung übernehmen, die ihm der Lieferant mitgeliefert hat. Die Angaben und Festlegungen dieser Gefährdungsbeurteilung müssen allerdings den Arbeitsverfahren und Bedingungen des Betriebs entsprechen. Dies gilt auch für die verwendeten Arbeitsmittel sowie für die Gefahrstoffmenge.

    Wie bereits erwähnt, muss die Gefährdungsbeurteilung vom Arbeitgeber dokumentiert werden. Laut GefStoffV können für die Dokumentation auch vorhandene Gefährdungsbeurteilungen, Dokumente oder andere gleichwertige Berichte verwendet werden, die aufgrund von rechtlichen Vorschriften und Verpflichtungen entstanden sind.

    In den Vorschriften heißt es außerdem, dass die Gefährdungen durch gefährliche explosionsfähige Gemische besonders auszuweisen sind. In diesem Fall wird von einem Explosionsschutzdokument gesprochen. Unter anderem muss darin hervorgehen, dass die Explosionsgefährdungen ermittelt und einer Bewertung unterzogen wurden. Weitere Punkte, die in dem Explosionsdokument stehen müssen, sind unter § 9 GefStoffV gelistet.

    Die Gefährdungsbeurteilung bei Gefahrstoffen ist unerlässlich, da die physischen Belastungen für die Beschäftigten hoch sein können.

    Fazit

    Arbeit ist hierzulande durch das Arbeitsschutzgesetz bis ins kleinste Detail geregelt. Verschiedene Arbeitsschutzmaßnahmen sollen die Arbeit im allgemeinen und die Arbeitsstätten und Arbeitsplätze im speziellen sicherer machen. Die Erhaltung und die Förderung der Gesundheit der Beschäftigten eines Betriebs sind die obersten Pflichten des Arbeitgebers.

    Die Gefährdungsbeurteilung ist eine der Arbeitsschutzmaßnahmen, die vom Arbeitgeber getroffen werden müssen. Das primäre Ziel dieser Beurteilung ist es, die Arbeit gesundheitserhaltend zu gestalten und die unterschiedlichen Belastungen für die Beschäftigten auf ein Minimum zu reduzieren. Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass die Gefährdungsbeurteilung vor dem Einrichten des Arbeitsplatzes vorgenommen wird.

    Wie er die Beurteilung durchführt, bleibt ihm dabei überlassen. Hilfestellung bekommt er von den verschiedenen Unfallversicherungsträgern. Diese sind ihm bei der Beurteilung behilflich. Neben den Pflichten für den Arbeitgeber haben auch Arbeitnehmer Pflichten, die sie im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung erfüllen müssen. Dazu gehören unter anderem die Teilnahme an Befragungen und die Pflicht zur Anzeige, wenn sich etwas am Arbeitsplatz ändert.

    Es gibt Arbeit und Arbeitsbereiche, die ein hohes Risiko an Arbeitsunfällen bergen. Durch die Gefährdungsbeurteilungen und durch die verbesserte Aufklärung der Mitarbeiter konnte die Unfallquote in den vergangenen Jahren deutlich gesenkt werden. Dies belegen nicht zuletzt aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Arbeit in Deutschland hat aufgrund der zahlreichen Sicherheitsbestimmungen einen hohen Standard innerhalb der EU erreicht. Durch regelmäßige Modifikationen der einzelnen Verordnungen soll der Arbeitsschutz auch in den kommenden Jahren gehalten und verbessert werden.

    Autor: Redaktion SafetyXperts

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